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Sibylle Feith Drucken
Hallo Herr Keller, heute Abend hatte ich Gelegenheit, Ihren Artikel "Das Wasser greifen" in der WiWo Nr. 21 vom 19.05. zu lesen. Ich bekomme die WiWo-Hefte immer von einem Kollegen, sobald er sie gelesen hat, deswegen meine etwas späte Reaktion hierauf. Ihr Artikel hat mir sehr aus der Seele gesprochen, und Ihre Empfindungen beim Schwimmen haben Sie sehr treffend in Worte gefasst! Seit ungefähr 3 Jahren schwimme ich regelmäßig, mindestens 1 mal pro Woche, 1.000m. Für mich ist das Schwimmen zum einen sportliche Bewegung, zum anderen - und das ist fast noch wichtiger - seelischer Ausgleich. Beim Schwimmen kann man relativ schnell seine eigene Entwicklung spüren: die Atmung wird Schritt für Schritt tiefer und ausdauernder (was ich auch positiv beim Yoga und Singen feststellte, wo mir das Schwimmtraining offensichlich zu mehr Lungevolumen verhilft), die Arm- und Beinmuskulatur kräftiger. Langsam fand ich über die Monate und Jahre meinen eigenen Rhythmus und habe meinen Schwimmstil Schritt für Schritt verbessert. Ich liebe es besonders, lange und dahingleitende Züge zu schwimmen, dem Wasser möglichst wenig Widerstand zu bieten - ähnlich den eleganten Bewegungen einer Robbe oder eines Delfins. Wie alle anderen Sportarten ist auch das Schwimmen oft von der Tagesform abhängig. Manchmal kann ich powern, manchmal trödle ich etwas dahin. Manchmal bin ich ganz in mir selbst, und manchmal amüsiere ich mich beim Zuschauen meiner Wasser-"Nachbarn" - oder zähle die "Kacheln" :-) Das Argument "Schwimmen ist doch sooooo langweilig" habe ich auch schon oft gehört, aber ich kann darüber nur lachen. Die Ruhe unter Wasser oder lediglich die Blubber-Geräusche von den aufsteigenden Luftblasen sind eine Erholung für die Ohren. Mit meinem Lebensgefährten kann ich die Leidenschaft für das Wasser und das Schwimmen teilen. Eine seiner ersten Fragen, als wir uns kennen lernten war, ob wir mal gemeinsam Schwimmen gehen wollen... Ihren Artikel kopiere ich mir und hänge ihn über den Schreibtisch - für alle Hektiker um mich herum, die nicht abschalten können, und die meinen, ein echter Mann müsse Marathon laufen, um was zu gelten (insbesondere die jenseits der 40) ;-) Viele Grüße Sibylle Feith
 
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